1. Juni 2017

Heiliger Justin, Philosoph, Märtyrer

Eucharistiefeier

 

Intention: Pastoral-/GemeindereferentInnen

 

 

Leitwort

Ihr seid das Licht der Welt. (Mt 5,14)

 

Einführung

In unserer Zeit werden junge Menschen oft darauf getrimmt, gute Selbstdarsteller zu sein – etwa in schulischen oder universitären Konkurrenzsituationen oder im privaten Bereich der „sozialen Medien“. Bei einem Bewerbungsgespräch bemüht sich jeder, alle Vorzüge und guten Eigenschaften der eigenen Person in den Vordergrund zu stellen. Wenn Jesus uns sagt: „Ihr seid das Licht der Welt“ und „euer Licht soll vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen“, so könnten wir meinen, dort ginge es um dasselbe. Doch nicht mein „Ich“ soll hier groß rauskommen, sondern durch uns soll etwas von dem Licht Gottes, von seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit aufleuchten. Es geht nicht darum, dass wir selber als Helden dastehen, sondern darum, dass andere durch uns ermutigt werden, unseren Vater im Himmel zu preisen.

Der heilige Justin, dessen Gedenktag wir heute feiern, hat uns dafür unter Einsatz seines Lebens ein Beispiel gegeben. Als Philosoph in der noch jungen Kirche hat er reiche Wirkung entfaltet und viele wegweisende Schriften verfasst – jedoch nicht um selbst Ruhm zu erlangen, sondern um Zeugnis für den Glauben abzulegen. In diesem Einsatz für Christus und seine Kirche kann er nicht zuletzt ein Vorbild für die Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten sein, für die wir heute, am monatlichen Gebetstag um geistliche Berufungen, im Besonderen beten.

 

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du hast uns die Liebe des Vaters gezeigt.

Du hast uns gerufen, dir zu folgen.

Du bist unser Licht.

 

Tagesgebet MB 681

Gott,

du hast den heiligen Märtyrer Justin

in der Torheit des Kreuzes

die erhabene Weisheit Jesu Christi erkennen lassen.

Hilf uns auf seine Fürsprache,

dass wir nicht falschen Lehren folgen,

sondern im wahren Glauben feststehen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Lesung

1 Kor 1,18–25

 

Evangelium

Mt 5,13–19

 

Fürbitten

Allmächtiger Gott, du hast uns den heiligen Justin als Zeugen des Glaubens geschenkt. Auf seine Fürsprache bringen wir unsere Bitten und Anliegen zu dir:

 

Für den Papst, die Bischöfe und alle in der Seelsorge Tätigen: Hilf, dass sie Licht der Welt und Salz der Erde sind und so in vielen Menschen das Evangelium zum Leuchten bringen.

 

R Du Gott des Lebens – Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Für die Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten, die in ganz verschiedenen Bereichen der Seelsorge arbeiten: Erleuchte ihre Herzen mit deinem Licht und schenke ihnen Freude in ihren Aufgaben. R

 

Für die jungen Menschen, die nach ihrer Berufung suchen. Erfülle sie mit deinem Geist, damit sie sich ermutigen lassen, dir mit ganzem Herzen zu folgen. R

 

Für die Kranken unserer Gemeinde: Gib ihnen Kraft, im Kreuz des Herrn Trost und Heil zu finden und erfülle sie mit deinem Licht. R

 

Für unsere Verstorbenen: Nimm sie auf in die frohe Gemeinschaft mit dir und lass sie in deinem Reich geborgen sein. R

 

Dreifaltiger Gott, du bist das Licht der Welt. Dir sei Lobpreis, Ehre und Anbetung, heute und alle Tage unseres Lebens, bis wir dich schauen dürfen in Ewigkeit.

 

 

Gesänge

 

Zum Einzug

GL 461 – „Mir nach“, spricht Christus

Kyrie

GL 104

Antwortpsalm

GL 651,3 – Verse laut Lektionar

Halleluja

GL 174,3 – Vers laut Lektionar

Zur Gabenbereitung

GL 184 – Herr, wir bringen in Brot und Wein

Sanctus

GL 198

Agnus Die

GL 206

Zum Dank

GL 357 – Wie schön leuchtet der Morgenstern

 

 

 

 

 

Abendlob

 

 

Leitwort

Ihr seid das Licht der Welt. (Mt 5, 14)

 

Eine Kerze wird zum Altar gebracht.

 

Liturgische Eröffnung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Einführung

In diesem Monat erleben wir die „längsten Tage“ des Jahres – schon früh am Morgen geht die Sonne auf und weckt uns mit ihren Strahlen; und lange in den Abend hinein bleibt es hell. Das lässt uns mit offenem Herzen unseren Tag beenden. Wir genießen diese Tage voller Licht. Sie tun uns gut. Sie lassen uns aufatmen. Sie sind für uns Lichtblicke.

 

Solche Lichtblicke können für uns auch Menschen sein, die uns durch ihre Art, durch ihr Tun und Wirken, durch ihr Dasein und Zuhören, einfach gut tun. Auch sie lassen uns aufatmen. Sie lassen uns manches, auch Schweres in unserem Leben anders sehen. Manche Dinge können wir durch sie überhaupt erst erkennen. Das können unser Partner, unsere Partnerin sein, eine Freundin, unser Nachbar, unsere Kollegin, vielleicht eine Pastoralreferentin oder ein Gemeindereferent, für deren Berufsgruppe wir am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen beten – oder es ist einfach eine Frau, ein Mann auf der Straße, denen wir zufällig begegnen und die uns durch ihr Lächeln die eigenen Sorgen vergessen lassen.

 

Der größte und wirkungsvollste „Lichtblick“ ist für uns Christen jedoch Jesus. Er strahlt in unser Leben. In seinen Worten und Taten lebte er vor, was es heißt, Licht der Welt zu sein. Von ihm wollen wir uns entzünden lassen, um selbst das Licht des Evangeliums in die Welt zu bringen.

 

Im Licht dieser Kerze (Kerze steht vor dem Altar) soll uns Jesus Christus in dieser Feier vor Augen stehen. Er ist unser Licht.

 

Die Kerze wird entzündet, dazu GL 365 – Meine Hoffnung und meine Freude

 

Gebet

Jesus, du Licht der Welt,

du strahlst in unser Leben,

du lässt die Schöpfung in ihrer Schönheit erstrahlen.

Durch dich wird auch das Dunkel hell,

dringt ein Lichtstrahl

– selbst, wenn wir ihn kaum wahrnehmen können –

in unsere Finsternis.

Unseren Dank bringen wir dir

heute und an allen Tagen.

 

Hymnus

GL 351, 1–6 – Komm, Schöpfer Geist

 

Psalm

Psalm 27 – GL 38, 1+2

Falls der Psalm gesprochen wurde: GL 429, 1–3

 

Schriftlesung

Mt 5,13–19

 

Antwortgesang

GL 450 – Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

 

Besinnung

 

Licht sein –

mit einer Umarmung

die Verzweiflung eines Kindes ernst nehmen,

das Angst im Dunkeln hat.

Licht sein –

mit einem Wort

das Selbstbewusstsein eines Jugendlichen stärken,

der in seiner Klasse nicht akzeptiert wird.

Licht sein –

mit einem Kuss

die Unsicherheit des Partners auflösen,

der nach einem Weg der Versöhnung sucht.

Licht sein –

mit einem Anruf

sich bei einem Freund melden,

von dem man lang nichts mehr gehört hat.

Licht sein –

mit einer Berührung

die Trauer einer Witwe mittragen,

die ihren Partner nach vielen gemeinsamen Ehejahren verloren hat.

Licht sein –

mit einem Lächeln

die Wut einer Kollegin beruhigen,

die sich vom Chef ungerecht behandelt fühlt.

Licht sein –

mit einem Händedruck

einen Fremden willkommen heißen,

der auf der Suche nach Annahme ist.

Licht sein –

durch ihn,

der für uns Licht ist.

 

Wir alle können Licht für andere sein. Lassen wir uns durch Jesus Christus darin bestärken, indem wir nach vorne kommen und eine Kerze an seinem Licht anzünden. Es ist ein Licht für uns, das uns zeigen möchte, dass wir Licht der Welt sind.

Während wir die Lichter anzünden, singen wir den Taizéruf „Christus, dein Licht“ oder GL 219 – Mache dich auf und werde licht

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast gesagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ So bitten wir dich für alle Menschen, die berufen sind, Licht der Welt zu sein: Sei ihnen nahe, Herr.

 

R Sei ihnen nahe, Herr.

 

Wir beten für alle Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten, die voll Freude mit den Menschen ihren Glauben teilen. Wir beten auch für die, für die es schwer geworden ist, sich an ihrem Beruf zu freuen. R

 

Wir beten für alle, die auf deinen Ruf mit ihrem Leben Antwort geben, besonders für die Priester und Ordensleute. Wir beten auch für die, die unsicher sind, wie ihre Antwort auf deinen Ruf aussehen soll. R

 

Wir beten für alle, die in ihrem Alltag Zeugnis geben von dir und deiner frohen Botschaft. Wir beten auch für die, für die der Glaube bedeutungslos geworden ist. R

 

Wir beten für alle jungen Menschen, die Sehnsucht nach deinem Licht haben. Wir beten auch für jene, die sich enttäuscht von dir abwenden. R

 

Vaterunser

Nehmen wir auch all unsere unausgesprochenen Bitten mit hinein in das Gebet des Herrn: Vater unser …

 

 

Wechselgebet

V: Wenn wir dich suchen,                             A: bist du unser Licht.

Wenn wir uns dir anvertrauen,

Wenn wir von dir erzählen,                         

Wenn wir einander beistehen,                  

Wenn wir miteinander teilen,                    

Wenn wir füreinander beten,                    

Wenn wir deinen Ruf hören,                      

Wenn wir dir Antwort geben,                    

Wenn wir dir folgen,                                      

 

Schlussgebet

Herr,

du bist das Licht,

das jede Nacht erhellt.

Bleibe bei uns und den Menschen,

für die wir gebetet haben,

an diesem Abend (in dieser Nacht)

und an jedem neuen Tag

bis in Ewigkeit.

 

Segensbitte

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor allem Unheil und führe uns zum ewigen Leben.

 

 

 

Markus Vogt, Sr. Luise Ziegler, Rottenburg-Stuttgart