31 / 05 / 2017

Zahlen auf niedrigem
Niveau stabil

 

An den Zahlen der Priesterweihen und Seminaristen hat sich in den vergangenen Jahren nur sehr wenig verändert. In Deutschland wurden zwar 2016 82 junge Männer zu Priestern geweiht – und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor, als mit 58 Weihen ein Tiefststand erreicht wurde. Eine Kehrtwende ist daraus allerdings nicht abzuleiten. Eher ist festzuhalten, dass aufgrund der prinzipiell niedrigen Zahlen auch künftig mit größeren Schwankungen der Weihezahlen zu rechnen sein wird, weil bereits durch einen nominell geringen Zuwachs an Zahlen diese prozentual stärker steigen bzw. fallen werden. Eine Tendenz lässt sich daraus jedoch nicht ablesen.

 

Dies wird auch daran ersichtlich, dass die Zahl der Neueintritte (103) im Jahr 2016 auf niedrigem Niveau gleichgeblieben ist und die Gesamtanzahl der Seminaristen in Deutschland (546) sogar nochmals leicht abgenommen hat.

 

Diese Ergebnisse sind an sich auch erwartbar, wenn man bedenkt, dass die Beteiligung junger Menschen am Leben der Gemeinden schon seit Jahrzehnten gering ist. Woher sollen aber die neuen Seminaristen kommen, wenn nicht aus der Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die im Glauben verwurzelt sind?

 

Gerade deshalb sind wir Papst Franziskus für seine Initiative, die kommende Bischofssynode unter das Thema „Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung“ zu stellen, sehr dankbar. Zum einen macht er dadurch deutlich, dass der persönliche Glaube des Einzelnen die entscheidende Grundlage dafür ist, einen Beruf in der Kirche ergreifen zu wollen. Zum anderen zeigt er auf, dass dieser Vorgang immer auch eine Berufung ist, d.h. eine Initiative, die von Gott ausgeht und die der Unterscheidung der Geister bedarf, die im Gebet stattfindet. Wie sehr es gerade des Gebets um geistliche Berufungen bedarf, hat der Heilige Vater u.a. in seinem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ betont. Dort sagte er in diesem Kontext: „Der Herr hat uns gesagt: Betet [um Berufungen]! Das ist es, was fehlt: das Gebet!“

 

In diesem Sinne wollen wir unsere Anstrengungen weiter voranbringen. Es kommt entscheidend darauf an, eine Jugendarbeit zu fördern, in der die Jugendlichen eine Begleitung erfahren, die sie persönlich wachsen lässt und in der der Glaube an Jesus Christus gelebt und gefördert wird. Zum anderen wollen wir weiterhin Aktionen unterstützen und initiieren, die das Gebet um Berufungen in den Mittelpunkt rücken. Diese Impulse von Papst Franziskus gilt es aufzugreifen, wenn das Evangelium Jesu Christi in unserem Land Zukunft haben soll.

 

 

Michael Maas