5. Juli 2018

Donnerstag der 13. Woche im Jahreskreis



Eucharistiefeier

 

Intention: ReligionslehrerInnen

Leitwort

Geh und rede als Prophet zu meinem Volk! (Am 7,15)

Einführung
Gottes Wort verkünden – das ist gefährlich. Gerade dann, wenn dieses Wort unbequem ist und sich gegen bestehende Verhältnisse und allgemeine Meinungen richtet, ist mit Ablehnung zu rechnen. Wer Gottes Wort verkündet und in seinem Namen Missstände beklagt, wird oft nicht für voll genommen, oder es wird ihm gesagt, er solle sich bitte raushalten und sich um seine eigene Sache kümmern.
Genauso erging es dem Propheten Amos im 8. Jahrhundert vor Christus. Im Namen Gottes verurteilte er Ungerechtigkeit, Heuchelei und Überheblichkeit der Oberschicht. Er selbst ist sich völlig im Klaren darüber, dass er dafür angefeindet und nicht ernst genommen wird.
Am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen möchten wir den Dienst der Religionslehrerinnen und -lehrer in den Blick nehmen, deren Aufgabe immer komplexer wird. Viele erwarten von ihnen, dass sie mangelndes Glaubenswissen beseitigen und die im Elternhaus fehlende religiöse Sozialisation ausgleichen. Gleichzeitig wird ihr Unterrichtsfach von vielen als „spekulativ“ abgetan. Unter dieser Herausforderung leisten sie einen unverzichtbaren Dienst in der Verkündigung des Glaubens und geben jungen Menschen darin Orientierung.
Schließen wir die Religionslehrerinnen und -lehrer in unser Gebet ein, damit sie auch weiterhin die Kraft haben, Gottes Wort, manchmal auch unbequem wie der Prophet Amos, in die Welt zu tragen.

Kyrie
Herr Jesus Christus,
deine Weisung ist vollkommen.
Dein Gebot öffnet die Augen.
Dein Gesetz erfreut das Herz.

Tagesgebet (MB 310, Nr. 16)
Gott unser Vater.
Bedrückt vom Elend unserer Zeit,
kommen wir zu dir.
Sieh auf die Not und Hilflosigkeit so vieler Menschen.
Lass sie an ihrem Schicksal nicht zerbrechen.
Stärke unter uns
das Bewusstsein der Verantwortung füreinander,
damit wir anfangen,
brüderlich zu teilen und einander beizustehn.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung
Am 7,10-17

Evangelium
Mt 9,1-8

Fürbitten
„Geh und rede zu meinem Volk!“ – So wie der Prophet Amos sind auch wir dazu berufen, das Wort Gottes zu verkündigen. Und wie er dürfen auch wir uns im Gebet dafür stärken lassen:

Für alle Priester, Diakone, Ordensleute sowie Frauen und Männer in den pastoralen Berufen: Stärke und ermutige sie in ihrem Verkündigungsdienst, besonders dann, wenn sie auf Ablehnung stoßen.

R Herr, höre unser Gebet.

Für die jungen Menschen, die auf der Suche nach ihrer Berufung sind: Hilf ihnen, zu erkennen, auf welche Weise sie das Wort Gottes in unserer Zeit verkünden können. R

Für alle Religionslehrerinnen und -lehrer: Schenke ihnen Geduld, Mut und Ideenreichtum für ihre Aufgaben. R

Für uns alle, die wir durch die Taufe zu Propheten berufen sind: Hilf uns dabei, mutig und kraftvoll gegen Ungerechtigkeit vorzugehen, und lass uns unserer Berufung treu bleiben. R

Für die Verstorbenen: Erfülle an ihnen, was du verheißen hast: den endgültigen Sieg über den Tod. R

Du, Gott, bist die Liebe. Du erhörst unsere Bitten, die wir hier ausgesprochen haben und die wir still in unseren Herzen tragen. Dafür danken wir dir durch Christus, unseren Herrn.

Gesänge

Zum Einzug
GL 144 – Nun jauchzt dem Herren, alle Welt

Antwortgesang
GL 454 – Verse laut Lektionar

Halleluja
GL 175,3 – Vers laut Lektionar

Zur Gabenbereitung
GL 187 – Wir weihn der Erde Gaben

Sanctus
GL 196

Agnus Dei
GL 206

Zum Dank
GL 489 – Lasst uns loben, freudig loben



 
Michael Franke, Osnabrück

 

 

 

 

 

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Andacht

 

Intention: ReligionslehrerInnen

Leitwort
Geh und rede als Prophet zu meinem Volk! (Am 7,15)

Lied

GL 467,1-2+5 – Erfreue dich, Himmel

Liturgische Eröffnung
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Einführung

Wer als Lehrerin oder Lehrer in einer Schule arbeitet, der kann den Unwillen der biblischen Propheten, die manches Mal an dem Volk verzweifeln, das sie doch im Auftrag Gottes unterweisen sollen, vermutlich nachvollziehen: Warum hören die denn nicht zu, warum verstehen sie mich nicht, warum machen sie mir das Leben so schwer?
Umgekehrt geht es wohl auch den Schülern bisweilen nicht anders als dem Volk, dem der Prophet predigt: Was erzählt der eigentlich, was will die von mir, was hat das, was der mir erzählt, eigentlich mit meinem Leben zu tun? Es sind ähnliche Worte, die auch Jesus hören musste: „Was er sagt, ist unerträglich!“ (Joh 6,60)
Am heutigen Gebetstag um geistliche Berufungen haben wir den Auftrag der Religionslehrer und -lehrerinnen im Blick. Zugleich begegnet uns im Lesungstext der Prophet Amos.
Es würde die Sache jedoch verkehren, wenn man den Eindruck hätte, Propheten oder (Religions-) Lehrerinnen und -lehrer würden manch Unangenehmes sagen, um diejenigen, an die sie ihre Worte richten, zu ärgern. Das Gegenteil ist der Fall: Die Botschaft der Propheten soll aufrütteln, soll zeigen, worauf es ankommt, soll zu einem Leben verhelfen, das vor Gott bestehen kann – ein Leben, das davon geprägt ist, auf Gottes Wort zu hören und es im Alltag umzusetzen. In ähnlicher Weise stehen Religionslehrerinnen und -lehrer an der Seite ihrer Schüler, um ihnen zu helfen, in ihrem Leben Sinn zu entdecken und ihren Alltag kritisch zu deuten.
Vielleicht passen die Texte des heutigen Tages von daher sehr gut zueinander. Denn auch heute kommt es darauf an, aufzurütteln und auf den Willen Gottes aufmerksam zu machen. Das mag manches Mal unbequem sein und zu Unverständnis führen. Es ist aber ein unschätzbarer Dienst für die Gemeinschaft und für die Welt, in der wir leben. Beten wir darum, dass dieser Dienst im Religionsunterricht auch heute gelingen kann.

Lied
GL 478,1+3+5 – Ein Haus voll Glorie schauet

Gebet
Jahresgebet „Suche Frieden“ (zu finden und als Gebetsbild bestellbar unter www.berufung.org/material/jahresmaterial/)

Lesung
Am 7,10-17

Antwortgesang
GL 347,2+4 – Der Geist des Herrn erfüllt das All

Evangelium
Mt 9,1-8

Fürbitten

Gott, zu aller Zeit berufst du Menschen, die deine Botschaft weitertragen. Wir bitten dich:

Für die Priester und Ordensleute und alle, die deinen Ruf in diesen Dienst hören: Hilf ihnen, durch ihr Leben das zu bekräftigen, was sie mit Worten verkünden.

R Gott Vater im Himmel. – Wir bitten dich, erhöre uns.

Für die Jugendlichen, die auf der Suche nach ihrem Weg und ihrem Platz in der Welt sind: Sei ihnen nahe und stärke sie durch deine Begleitung. R

Für alle, die als Religionslehrerinnen und -lehrer Wissen vermitteln und Glauben erschließen wollen: Halte ihr Herz offen und schenke ihnen Ausdauer in ihrem Tun. R

Für unsere Schulen: Lass in ihnen Menschlichkeit und Miteinander, Neugier und Freude als Grundlage der Begegnung untereinander wachsen. R

Vaterunser

Gott, du rufst und sendest uns zueinander, um zu lehren und zu lernen, dich als Vater, Bruder und Beistand zu erkennen. So beten wir gemeinsam mit Jesus und durch den Heiligen Geist zum Vater: Vater unser ...

Schlussgebet
GL 678,3

Segen
Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater der Sohn und der Heilige Geist.

Lied
GL 382,1-3 – Ein Danklied sei dem Herrn




Ulrike Mudrich, Limburg