Sr. Maria Uttenreuther
ist Dillinger Franziskanerin und Provinzsekretärin ihres Ordens in Bamberg. Sie arbeitet in der Diözesanstelle Berufe der Kirche und ist betreut dort unter anderem die Mitglieder der Gebetsgemeinschaft PWB.



Maiandacht
»  Mir geschehe «


Eingangslied
GL 326 – Wir wollen alle fröhlich sein (alternativ ein Marienlied)

Eröffnung und Begrüßung

Hinführung

„Ich weiß gar nicht, wie mir geschieht!“ So jubelt einer, der das große Los gezogen hat, so fühlt ein frisch Verliebter, so kann man empfinden bei einem tiefen Naturerlebnis oder beim Blick in strahlende Kinderaugen.
„Ich weiß gar nicht, wie mir geschieht!“ Das kann umgekehrt auch bedeuten: Ich bin ganz plötzlich in eine schwierige Situation geraten.
Vielleicht fallen Ihnen weitere Beispiele aus Ihrem Leben ein!
 „Ich weiß gar nicht, wie mir geschieht.“ Wer das von sich sagt, der erlebt etwas Überraschendes, das er selbst nicht in der Hand hat und mit dem Verstand nicht wirklich begreift. „Es“ geschieht.
Normalerweise wollen wir aktiv und selbständig sein. Und doch erleben wir es immer wieder als beglückend, dass uns das Wichtigste im Leben geschenkt ist und dass wir uns nicht gegen jedes Risiko absichern können.

Im Mittelpunkt unserer Maiandacht steht das Wort Marias: „Mir geschehe“. Vertrauensvoll sagt sie „Ja“ zu Gottes überraschendem Handeln an ihr.

Gebet
Allmächtiger Gott,
du hast an Maria Großes getan. Du hast sie dazu berufen, Mutter deines Sohnes zu sein. Lass uns tiefer begreifen, wie du an uns handelst, damit wir uns vertrauensvoll von dir leiten lassen.
Dich, Vater, preisen wir durch Christus, unseren Herrn.

Lied
GL 521, 1–2 – Maria, dich lieben

Evangelium
Lk 1,26–38

Wechselgebet
V: Wir schauen auf Maria, die Gott erwählt hat, Mutter Jesu Christi, unseres Retters, zu werden.
Maria erschrickt, als der Engel Gottes sie anspricht. Trotz seiner Zusage: „Der Herr ist mit dir“ erschrickt sie. Sie spürt, dass etwas Ungeheuerliches geschieht: Ein kleiner Mensch wird vom großen Gott angesprochen. Maria lässt das Wort des Engels tief in ihr Herz ein. Sie lässt sich treffen. Sie ahnt, dass sie ganz gefordert sein wird.

Wir beten:
V: Gott, du sprichst uns ganz persönlich an.
A: Lass uns mit bereitem Herzen auf dein Wort hören.
V: Du rufst Menschen in deinen besonderen Dienst.
A: Schenke den Berufenen Vertrauen und Mut.
V: Du hast uns Maria als Vorbild gegeben.
A: Wir preisen dich und danken dir.

Lied
GL 528 – Ein Bote kommt, der Heil verheißt

V:
Obwohl Maria eine überwältigende Erfahrung macht, bleibt sie frei. Sie fragt nach: „Wie soll das geschehen?“ Der Engel verweist auf den Heiligen Geist. Gott ist es, der das Unmögliche möglich macht. Maria braucht „nur“ auf seine Kraft zu vertrauen.

Wir beten:
V: Gott, du wirkst durch den Heiligen Geist, über unsere menschlichen Möglichkeiten hinaus.
A: Stärke unseren Glauben.
V: Du rufst Menschen trotz ihrer begrenzten Möglichkeiten.
A: Schenke den Berufenen Demut und Offenheit für deinen Geist.
V: Du hast uns Maria als Vorbild gegeben.
A: Wir preisen dich und danken dir.

Lied
GL 530, 1–3 – Maria, Mutter unsres Herrn

V: Am Anfang der Schöpfung heißt es: Gott sprach, und es geschah. Im Vertrauen auf den mächtigen und guten Schöpfer kann Maria sagen: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ So kann Gott einen neuen Anfang machen.

Wir beten:
V: Gott, du möchtest die Welt retten, aber nicht ohne uns.
A: Hilf uns, dass wir unseren Willen in deinen Willen legen.
V: Du bittest um unser Ja-Wort.
A: Mache uns bereit, deinem Ruf entschieden zu folgen.
V: Du hast uns Maria als Vorbild gegeben.
A: Wir preisen dich und danken dir.

Lied
GL 521,5 – Du Mutter der Gnaden

V: Wie ist es Maria nach dem ersten Schrecken geschehen? Hat sie tatsächlich das große Los gezogen?
Hören wir einen weiteren Abschnitt aus dem Lukasevangelium.

Evangelium
Lk 1,39–42.a.45–46

V: Ja, Maria ist voller Freude, weil Gott sie wahrnimmt, annimmt und aufrichtet. Schließen wir uns ihrem Loblied auf Gottes Handeln an.

Magnificat
GL 390 – Magnificat
GL 631, 4 – Magnificat als Wechselgebet sprechen

Impuls
V: Und doch bleibt Maria nicht von Dunkelheit und Schmerz verschont. Auch in diesem Sinn weiß sie nicht, wie ihr geschieht: wenn ihr Sohn eigene Wege geht und sie ihn nicht versteht und wenn sie ihn schließlich leiden und sterben sehen muss. Dennoch hält sie fest an Gott und darf die noch größere Freude der Auferstehung erfahren.

Lied
GL 533,1–3 – Lasst uns erfreuen herzlich sehr oder
GL 525 – Freu dich, du Himmelskönigin

Fürbitten
Herr Jesus Christus, du bist Mensch geworden aus Maria, der Magd des Herrn, und hast unter uns gelebt. Du willst, dass wir uns wie Maria in deinen Dienst rufen lassen und dich den Menschen nahe bringen.
Wir bekräftigen unser Vertrauen auf Jesus Christus und unsere Bereitschaft, uns auf ihn einzulassen, mit dem Gebetsruf „Amen“. Das bedeutet wörtlich „Ich mache mich fest, ich vertraue“ und wurde auch übersetzt mit „Es geschehe“.

Gebetsruf (R): Amen – GL 201, 3

• Stärke die Kirche, dass sie als Magd des Herrn immer bereit ist, auf den Willen Gottes zu hören. R

• Schenke jungen Menschen, die nach Sinn und Erfüllung suchen, Freude an ihrer Berufung zum Christsein, und lass sie ihren Weg zu einem gelingenden Leben entdecken. R

• Segne Eltern und Familien, die dem Leben ihr Jawort geben. R

• Stehe den Frauen und Männern in Erziehung und Seelsorge bei, wenn sie junge Menschen auf ihrem Weg begleiten. R

• Rufe viele junge Menschen in die verschiedenen Dienste der Kirche: als Priester, Diakone und Ordenschristen, als Gemeinde- und Pastoralreferenten, als Religionslehrerinnen und -lehrer. R

• Schenke deiner Kirche Seelsorgerinnen und Seelsorger, die die Menschenfreundlichkeit Gottes glaubwürdig verkünden. R

• Sei den Berufenen nahe, wenn sie schwierige Wegstrecken zu
bewältigen haben oder in eine Krise geraten. R

Du, Herr, hörst unsere Gebete. Dich preisen wir jetzt und in
Ewigkeit. A: Amen

Vaterunser
Bitten wir Gott, dass sein Wille geschehe, mit den Worten, die uns Jesus gelehrt hat: Vater unser ...

Segen
Es segne uns der allmächtige Gott...

Lied
GL 526,1+3+4 – Alle Tage sing und sage