Weltgebetstag um geistliche Berufungen

Zu den Gebetszeiten Zum Jahresgebet

Am 26. April 2026 vereinen sich Menschen und Gemeinden in Deutschland, Europa und der Welt im gemeinsamen Gebet um geistliche Berufungen. Seit nunmehr 62 Jahren am 4. Sonntag der Osterzeit, dem Guter-Hirte-Sonntag finden die Bitten um die Sendung all jener, die ihr Leben in den Dienst der Kirche stellen möchten, ihren Höhepunkt im Weltgebetstag um geistliche Berufungen.

Im Gebet verbunden

2026 steht dieser besondere Tag des Gebetes in Deutschland unter dem Motto: „In der Liebe verwurzelt“. Wir laden Sie ein, sich mit uns und den vielen Christen in den Gemeinden und Diözesen zu verbinden. Gemeinsam wollen wir Gott um Nachwuchs in den vielfältigen Berufen der Kirche bitten, wie Jesus selbst es uns in Mt 9,38 aufgetragen hat: „Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“

Beteiligen Sie sich gern an einer der bundesweit stattfindenden Gebetsaktionen, nutzen Sie unsere Vorschläge und Ideen aus den Materialien für Ihr persönliches Zwiegespräch mit Gott oder initiieren Sie ein gemeinsames Gebet mit Freunden, einem Gebetskreis, Ihrer Gemeinde.

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Jahresgebet 2026

Wir beugen die Knie vor dir, unserem Schöpfer,
der du ein Freund bist von allem, was lebt.
Wandle unsere Armut durch deinen Reichtum, und lass unseren Glauben
an Kraft und Stärke zunehmen.

A: Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, wohne Du in unseren Herzen.
In deiner Liebe verwurzelt und allein auf sie gegründet,
lass uns deiner Zuwendung vertrauen, die ohne Maß ist
und alle Erkenntnis übersteigt.

Der du in uns viel mehr tun kannst,
als wir erbitten oder uns ausdenken können, lass uns dich in allen Generationen
anbeten und verherrlichen.
Vor hundert Jahren hast du dir unsere Gebetsgemeinschaft geformt. In dankbarer Freude preisen wir deine Güte und Treue.

A:  Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, …

Wir rufen zu dir in liebender Sorge um dein Volk, dem du Hirten versprochen hast.
Die Not ist groß,
Glaube und Frieden schwinden. Erwecke Frauen und Männer als Diener deiner Kirche.
Entzünde in vielen jungen Menschen den Wunsch, in allem dich zu suchen und zu lieben.

A:  Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, …

Du selbst formst das Lob unserer Münder und Herzen, und es ist unsere Freude, dass wir dir danken dürfen. Segne dein Volk,
segne alle die in deinem Dienst stehen und lass uns dich preisen,
bis wir dich schauen in Ewigkeit. Amen.

A:  Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, …

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Botschaft des Heiligen Vaters Leo XIV

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Die Entdeckung der Gabe Gottes in unserem Inneren


Liebe Brüder und Schwestern, liebe junge Menschen!


Unter der Führung und dem Schutz des auferstandenen Jesus feiern wir am vierten Sonntag der Osterzeit, dem sogenannten „Sonntag des Guten Hirten“, den 63. Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Zu diesem gnadenreichen Anlass möchte ich einige Gedanken über die innere Dimension der Berufung teilen, die hier als Entdeckung der ungeschuldeten Gabe Gottes verstanden wird, die tief im Herzen eines jeden von uns erblüht. Begeben wir uns also gemeinsam auf den Weg eines wahrhaft schönen Lebens, den der Gute Hirte uns weist!

Der Weg der Schönheit

Im Johannesevangelium bezeichnet sich Jesus wörtlich als den »schönen Hirten« (ὁ ποιμὴν ὁ καλός) ( Joh 10,11). Der Ausdruck bezeichnet einen vollkommenen, wahren und vorbildlichen Hirten, der bereit ist, sein Leben für seine Schafe zu geben und so die Liebe Gottes sichtbar werden zu lassen. Dieser Hirte fasziniert: Wer ihn betrachtet, entdeckt, dass das Leben wirklich schön ist, wenn man ihm nachfolgt. Um diese Schönheit erkennen zu können, reichen die Augen des Körpers oder ästhetische Kriterien nicht aus: Es bedarf der Betrachtung und der Innerlichkeit. Nur wer innehält, zuhört, betet und sich von ihm anblicken lässt, kann mit Zuversicht sagen: „Ich vertraue ihm, mit ihm kann das Leben wirklich schön sein, ich möchte den Weg dieser Schönheit gehen.” Und das Außergewöhnlichste daran ist, dass man selbst „schön“ wird, wenn man sein Jünger wird: Seine Schönheit verwandelt uns. Wie der Theologe Pavel Florenskij schreibt, bringt die Askese nicht den „guten“ Menschen, sondern den „schönen“ Menschen hervor. [1] Das, was die Heiligen über ihr Gutsein hinaus von anderen unterscheidet, ist eben diese leuchtende geistliche Schönheit, die von denen ausgeht, die in Christus leben. So offenbart sich die christliche Berufung in ihrer ganzen Tiefe: an seinem Leben, an seiner Sendung teilhaben und in derselben Schönheit erstrahlen wie er.

Diese innere Mitteilung von Leben, Glauben und Sinn hat auch der heilige Augustinus erfahren, der im dritten Buch seiner Bekenntnisse, während er seine Sünden und Fehler aus seiner Jugend darlegt und bekennt, Gott als »noch innerer als [s]ein Innerstes« [2] erkennt. Über die Selbsterkenntnis hinaus entdeckt er die Schönheit des göttlichen Lichts, das ihn in der Dunkelheit leitet. Augustinus nimmt die Gegenwart Gottes im Innersten seiner Seele wahr, und das schließt ein, dass er verstanden und erlebt hat, dass es notwendig ist, sich um sein Inneres als Ort der Beziehung zu Jesus zu kümmern, als Weg, auf dem die Schönheit und Güte Gottes im eigenen Leben erfahren werden kann.

Eine solche Beziehung wird im Gebet und in der Stille aufgebaut und sie eröffnet uns, wenn wir sie pflegen, die Möglichkeit, das Geschenk der Berufung anzunehmen und zu leben, das niemals etwas Auferlegtes oder ein vorgegebenes Raster ist, in das man sich einfach fügen muss, sondern ein Plan der Liebe und des Glücks. Die Pflege der Innerlichkeit: von diesem Punkt müssen wir in der Berufungspastoral und im immer neuen Bemühen um die Evangelisierung dringend ausgehen.

In diesem Geiste lade ich alle ein – Familien, Pfarreien, Ordensgemeinschaften, Bischöfe, Priester, Diakone, Katecheten, Erzieher und gläubige Laien –, sich immer mehr für günstige Rahmenbedingungen einzusetzen, damit diese Gabe angenommen, genährt, bewahrt und begleitet werden kann, sodass sie reiche Frucht tragen kann. Nur wenn unsere Lebensräume von lebendigem Glauben, beständigem Gebet und geschwisterlicher Weggemeinschaft erhellt sind, wird der Ruf Gottes aufgehen und reifen und für den Einzelnen wie für die Welt zum Weg des Glücks und des Heils werden können. Wenn wir uns auf den Weg begeben, den Jesus, der schöne Hirte, uns weist, lernen wir sowohl uns selbst als auch Gott näher kennen, der uns gerufen hat.

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Materialien

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Liturgische Hilfen 2026

Anregungen zur Gestaltung von Wort-Gottes- und Eucharistiefeiern für die Gebetstage um geistliche Berufungen.